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ainer maria jaenicke


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Herzliche Einladung

 

zu

 

 

 


Plakat Ulrich Bergmann

 

 

Ausstellende KünstlerInnen

Ulrich Bergmann
Stefan Beyer
Siegfried Bernhard Collas
Rainer Maria Jaenicke
Jaume Rocamora
Alfred Schädlich
Anne Schorrlepp
Nicole Traut
Hans-Gerd Weise

 

 


Plakat Rainer Maria Jaenicke

Der Titel des gezeigten Objekts:

Der goldene Donald auf Asche & Rost

Die Nummer 1 meiner ausgestellten Arbeiten

 

 


Ausstellung im Künstlerforum Bonn
Hochstadenring 22
53119 Bonn

Vernissage:

Sonntag, 29.11.2026, 17 Uhr

Dauer:

29.11.2026 - 20.12.2026
zu den offiziellen
Öffnungszeiten des Küfos

Dienstag bis Freitag 15:00 - 18:00 Uhr
Samstag: 14:00 - 17:00 Uhr
Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr
Montags geschlossen

Über Aktivitäten von planB während der
Ausstellung wird bei der Vernissage informiert.

 

 

 

Survival Box
2026

Frei stehendes Objekt

Die Nummer 2 meiner ausgestellten Arbeiten

 

Mein Beitrag zur Gruppenarbeit

"Nie war er so wertvoll wie heute"
Fragmente von Little Helpern, Treibgut und Objets trouvés
aus dem trockenen Rheinbett
in der Werkzeugkiste meines Großvaters

Dazu eine KI-generierte und gerahmte Ansichtskarte vom ausgetrockneten Rhein

 

 

 

Fräuleins vom Amt
2026

Kleines Triptychon

Die Nummer 3 meiner ausgestellten Arbeiten


Objets trouvés, Malerei, KI

 

 

Europas Zukunft
2026

Frei stehendes Objekt

Die Nummer 4 meiner ausgestellten Arbeiten

 

Heiligenfigur, Treibgut, Metallteile, Sperrmüll, Ojets trouvés

 

 

 

Le miroir et les temps
2026

Environment

Die Nummer 5 meiner ausgestellten Arbeiten

 

Ein kleines Environment, bestehend aus einem alten Tischchen mit geöffneter Schublade

Verwendete Objets truovés:
Ein Magazin von 1939, ein Uhrenfragment, ein Männeken
, eine Drohne

 

 

Hannibal ante portas Coloniae
2025 / 2026

oder

Malewitsch tanzt um den Heinzelmännchenbrunnen

Die Nummer 6 meiner ausgestellten Arbeiten

Objektkasten mit Objets trouvés

Verwendete Objets truovés:

Sperrmüll Artefakte, Devotionalien, Dom Souvenir,
Spielzeug, alte Ansichtskarte und mehr

 

 

Tom und Che
2025 / 2026

oder

Zwei Touren der Leiden 1967

Die Nummer 7 meiner ausgestellten Arbeiten

Objektkasten mit Malerei und Objets trouvés

Verwendete Objets truovés:

Sperrmüll Artefakte, Devotionalien, Spielzeug,
Geldschein, Münze, Knochen, alte Ansichtskarte und mehr

Der Bezug: Der Tod beider historischer Akteure,
Tom Simpson und Che Guevara, in ihren letzten leidvollen Kämpfen, 1967

 

 

Tom und Ernesto †1967

Der Radrennfahrer Tom Simpson starb am 23. Juli 1967 während der Tour de France, auch Tour der Leiden genannt, bei seinem Anstieg auf den Mont Ventoux in der Provence nordöstlich von Avignon (60km). Er war gedopt mit Amphetaminen und Alkohol. Heute erinnert ein Gedenkstein unterhalb des Gipfels an seinen Tod.

Über die Zigarrenkiste aus Kuba, die das Objekt 'Tour der Leiden' enthält, haben sich die narrativen Elemente des Objekts in eine weitere Richtung entwickelt.

Zur gleichen Zeit führte der Revolutionär Ernesto Che Guevara in den Wäldern des Bolivianischen Hochlands eine Gruppe von 44 Kämpfern an, mit dem Ziel, eine mit der Kubanischen Revolution Fidel Castros vergleichbare Bolivianische Revolution einzuleiten.

Der Erfolg blieb aus. Am 8. Oktober wurde Che Guevara in einem Scharmützel mit der Bolivianischen Regierungsarmee verletzt und gefangen genommen. Einen Tag später, am 9.Oktober, wurde er hinterrücks im Auftrag des Bolivianischen Präsidenten ohne Gerichtsverhandlung von einem Feldwebel der Bolivianischen Armee exekutiert. Che Guevara wurde im nächsten größeren Ort aufgebahrt und sein Leichnam der internationalen Presse präsentiert. Ein Teil der entstandenen Fotos des Fotografen Freddy Albortas erinnert an Andrea Mantegnas Darstellung des toten Christus.
Dem Leichnam Guevaras wurden vor dem folgenden heimlichen Begräbnis beide Hände amputiert und konserviert, um später seine Identität belegen zu können.

Im einsetzenden nichtreligiösen Märtyrerkult zumeist linksrevolutionärer weltweiter Bewegungen wird Guevara weiterhin intensiv verehrt.
Auch die rein modisch-dekorative Verwendung des weltweit bekannten Guevara-Portraits des Fotografen Alberto Korda muss genannt werden, das in Millionenauflage zumeist auf T-Shirts und Einkaufstaschen gedruckt wird.

Was absolut nicht zur politischen Legende passt und gegen die Interpretation eines Che Guevara als atheistischer, revolutionärer Heiland spricht, ist sein hartes Auftreten in der Kubanischen Revolution als Initiator von Folter und Hinrichtungen hunderter kubanischer Gegner. Seine inhumane Vorstellung, im Revolutionär auch eine 'Tötungsmaschine der Revolution' zu sehen, ist nicht nachvollziehbar.

Juni 2026

Che Guevara, rowohlts Bild- Monographien, Elmar May, 1973, Hamburg
Che Guevara, Suhrkamp Biographie, Jorge G. Castañeda, 1998, Frankfurt
Che Guevara, Google, 2026

 

 

 

Mikroplastik
2025/26

Die Nummer 8 meiner ausgestellten Arbeiten

 

 

Was soll das?

Für " Was soll das?"- oder "Was soll das bedeuten?"- Fragende möchte ich das mir persönlich in einem Gespräch mit Karl Marx von ihm definierte Charakteristikum eines Kunstwerks nach meiner Erinnerung widergeben:
Das Besondere eines Kunstwerks liegt darin, dass seine Aussage nicht mit Worten erklärt werden muss, sondern dass es aus sich selbst heraus mit seinen gestalterischen Mitteln eine nicht an Worte gebundene Botschaft sendet, die auch ohne Worte in der Betrachtung empfunden werden kann.
Das ist leichter geschrieben als umgesetzt, geschieht doch bei der Betrachtung eines Kunstwerks in fast jedem von uns eine in innere Worte gesetzte Rezeption und Gewichtung, Ichs im Zwiegespräch. Wird da die Botschaft des Kunstwerks individuell direkt eingenordet?
Wer das Geheimnis der intuitiven Erfassung der gestalterischen Aussendung eines Kunstwerks beherrscht, kann sich glücklich schätzen.
Mein Text zum Kunstwerk Mikroplastik wiederholt nur Fakten, an die ich mich bei seiner Entstehung erinnert habe. Ansonsten horchen sie bitte in sich, was Mikroplastik ihnen sendet.

 

Bestandteile des Objekts / Objets trouvés

Gedrechselte Säule eines Treppenhaus-Geländers einesnAbrisshaus am Bonner Rheinuferbahnhof, 1968, grauer Lack
Säule eines Möbelstücks, Sperrmüll 1970er Jahre, Bad Godesberg Villenviertel, originale Farbe
Gedrechselte Fragmente eines Spinnrads, Flohmarkt, Bergisch Gladbach, unbehandelt
Die äußere Kiste ist der Kofferdeckel eines Voigtländer Diaprojektors mit originaler Schaumgummipolsterung ohne Auflösungserscheinungen, mit einer graues Leder imitierenden Papierprägung beklebt.

Alle hölzernen Fundstücke waren holzwurmzerfressen, wurden von mir mit BONDEX HOLZWURM-FREI dreimal behandelt.
Die Stücke sind als Erinnerung an meine beginnende künstlerische Orientierung zu - und Auseinandersetzung mit - Objets trouvés zu verstehen.
Das ganze ist als Rahmung um eine offene Zigarrenkiste gedacht, eine Box der Erinnerungen.

Die Box ruft in mir Erinnerungen an die vielen Strandaufenthalte am spanischen Mittelmeer hervor, an die Platja dels Eucalyptus und Platja del Trabucador auf dem Ebrodelta in den 1970ern:
Der in Öl gemalte Hintergrund der Zigarrenkiste stellt einen Tag-Nacht-Himmel dar. Für mich steht das kleine Stillleben davor für meine ausgelebte Lebenslust damals, Strandleben Tag und Nacht, versehen mit originalem Strandsand aus jener Zeit, als ich mir noch keine Gedanken über einen von Mikroplastik verseuchten Sand machte.
In seiner erbärmlichen Kleinheit erinnert mich das Stillleben mehr an ein ungewolltes Memento mori als an ein von Kraft strotzendes Monument der Lebenslust. Diese Wirkung habe ich in der weiteren Entstehung des Objkets bewusst nicht korrigiert.
Die verwendeten zwei Teile des Stillebens entstammen einer überwachsenen Müllhalde nahe Godall im südlichen Katalonien an der Grenze zur Gemeinschaft Valencia, von mir als Materialdepot, Depósito de materiales, bezeichnet.

 

 

Memories of Godesberg
2026

Endfassung

Die Nummer 9 meiner ausgestellten Arbeiten

Ein Rahmen mit Dokumenten meiner Jugend
Assemblage, Malerei, Objets trouvés

Ein durch mich abgekupferter Titel des Songs von Peggy March
Memories von Heidelberg sind memories von dir
, 1968

 

 

Zwei Männer im Aufbruch zum Mond
2026
(Ausschnitt)

Die Nummer 10 meiner ausgestellten Arbeiten

Objets trouvés, Malerei

Die Fortsetzung des vor zwei Jahren in der letzten Ausstellung im Bad Godesberger Haus an der Redoute von mir gezeigten CDF-Objekts Zwei Männer in Betrachtung des Mondes

 

 

 

Ex voto
2026

Die Nummer 11 meiner ausgestellten Arbeiten

Objets trouvés, Pigmente, Malerei und Fotografie

Für die Montagne Sainte-Victoire, Paul Cézanne, Köln und Bruno Wolkenaer

 

Alte Ansichtskarte von der Route Cézanne bei Aix en Provence, Malpigmente aus der Montagne und von Bruno Wolkenaer, Sperrmüllengel, ein Foto der Geschäftsfassade von Bruno Wolkenaer in der Kölner Ehrenstraße um 2010, Wandlung zum Herrenmode-Anbieter

 

 

Die Fernbedienung
2020

Die Nummer 12 meiner ausgestellten Arbeiten

Weinkiste mit Assemblage aus Objets trouvés

Eine großartige Erfindung der Menschheit

 

 

 

 


Andere Zeiten?

Rainer Maria Jaenicke


Meine Großtante, eine Schwester meines Großvaters, schmückte im Dritten Reich ihr Wohnzimmer mit einer von ihr geliebten Ölmalerei des Führes als klassische Halbfigur im Stil einer uniformierten Mona Lisa. Das Bildnis ihres Idols glänzte unter ziemlich viel Firnis in „wunderschönen braunen Farbnuancen“, wie sie es oft bei Besuch betonte.

Nach dem verlorenen Krieg wurde von den Besatzungsmächten der Besitz solcher den Nationalsozialismus verherrlichenden Kunst unter strenge Strafe gestellt. Meine Großtante zeigte sich trotz der angedrohten Bestrafung absolut uneinsichtig, entnahm den Keilrahmen dem umgebenden goldenen Prachtrahmen und hängte anschließend das abgespeckte Führerbildnis in die Küche an einen schnell eingeschlagenen Nagel an die Rückseite des abgerückten und dann wieder an die Wand geschobenen Küchenschranks.

Das Bildnis des Führers wurde im beginnenden Wirtschaftswunder in seinem Versteck vergessen und hing dort bis in die 60er Jahre. An einem Morgen zu jener Zeit, als zwei junge Anstreicher die Küchenwände zur nötigen Renovierung vorbereiteten, ruckelten sie für Abklebearbeiten auch den Küchenschrank etwas nach vorne, worauf der Keilrahmen mit dem Führerbildnis vom rostigen Nagel rutschte und geräuschvoll scheppernd zu Boden fiel. Da war er wieder, der vergessene Führer in Öl, ziemlich angestaubt, glanzlos und mitgenommen. Meine Großtante schämte sich vor den erschrockenen jungen Handwerkern über diese Bloßstellung, suchte aber schnell nach einer Ausrede und schob alles den Vormietern, von denen sie den Küchenschrank übernommen hätte, in deren braune Schuhe.

Heute lebt von der Generation meiner Großeltern, die um 135 Jahre alt wären, niemand mehr und die Frage, die ich mir stellte, ob meine Großtante sich heute auch noch so beim Auftauchen des Führerbildnisses schämte, wäre wohl rein hypothetischer Natur.


Veröffentlicht zur Ausstellung Goldbrauner Glanz der Bonner Kunstgruppe planB im Bonner Künstlerforum im Dezember 2026


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